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Robotische Gedanken zur Gesellschaft


Kontext:

Text 2008, Werke 2009-2012

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Maschinen und Gesellschaft

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Medienkunstlabor

Zurueck in die dritte Dimension

Die Globalegesellschaft modifiziert sich in rasantem Tempo zu einer highspeed Multimedia-Gesellschaft. Im Zentrum des menschlichen DaseinsInteraktion steht die Mensch-Medien Interaktion. Der Mensch des 20. Jh. musste sich bewegen, um etwas zu betrachten, der moderne Mensch bleibt statisch und dreht die reproduzierte Welt um sich. Dies führt zu einer Veränderung der räumlichen Wahrnehmung, das gesamte Universum ist per Knopfdruck auf einem kleinen Bildschirm abrufbar.Datenmengen überfordern das Speichermodul Gehirn, es funktioniert immer mehr als temporärer Arbeitsspeicher, die schnelllebigen Informationen sind auf die Hirnextension, das Internet, verlegt worden.


Globale highspeed Manipulation

Der ganze Tagesablauf des heutigen Menschen ist von neuen Medien bestimmt; Wecker iPhone, zum Kaffe Mails checken, auf dem Weg zur Arbeit Gratis-Zeitung Mp3, die ganze Zeit beobachtet von zweidimensionaler Schönheitsidealen die zur Nachahmung aufrufen. Die ganze Welt reduziert sich auf einem kleinen Bildschirm. Sie dreht sich um Information, Interaktion, Community. Jeder ist ein Künstler. Immer online um nichts zu verpassen. Die Möglichkeiten des multimedialen Zeitalters scheinen immens. Doch das Ausleben dieser imaginären Freiheit hinterlässt Spuren, die überflogenen Zeilen, Bilder, Filme können problemlos nachverfolgt werden. Sie sagen meist mehr über den User aus als der von sich selbst weiß. Dies ermöglicht persönliche Werbung zu erstellen, gezieltes Mobbing zu betreiben, zu manipulieren. Jahrtausende haben Erfinder, Wissenschaftler und Künstler gebraucht, um die dritte Dimension zu erkunden, Zurück in die 2. Dimension haben wir es in innert kürzester Zeit geschafft.


Auswirkungen auf das Dasein

Demzufolge dreht sich die Welt für viele zu schnell, es gibt zu viele Anforderungen, zu viele Informationen, nur eins fehlt: die Zeit, sich über alles Gedanken zu machen. Der Mensch wird zu einer Hülle, welche mehr und mehr mit einem produzierten Musterdenken aufgefüllt werden kann. Die generierte Abhängigkeit von globalen Massenmedien führt zu einer nie da gewesenen Kontrollmöglichkeit über den Menschen und dessen Denkstrukturen. Durch die extrem spezifizierte Nutzung des visuellen und auditiven Sinns, verblassen die drei übrigen Sinne, was zu einer Reduktion des Raum- und Körpergefühls führt. Wo eigentlich die evolutionsgeprüfte Nutzung der fünf Sinne die Existenzgrundlage des menschlichen Daseins ist. Immer mehr verbringen ihr Leben in visuellen Utopien, die oft schwer von der Realität unterschieden werden können.


Mediale Zukunftsforschung durch interaktive MedienKunst

Durch die imaginären Flachwelt zurück in die dritte Dimension, der Raum ist der Schlüssel, die interaktive Kunst das Manipulations-Instrument. Dennoch möchte die Künstlerin mit ihrer Arbeit keine Gedanken implementieren, sondern zu neuen individuellen Ideen anregen, versteckt offensichtliche Manipulation betreiben.
Effi Tanners Interesse gilt der Schnittstelle; der Interaktion in der MedienKunst, dem analogen Austausch von Ideen via Gespräch/Workshops, sowie der Produktion von neuen multimedialen Lösungen. Mit ihrer künstlerischen Auseinandersetzung mit dem 2D-Phänomen betreibt sie eine Art medial-künstlerische Zukunftsforschung, wobei ihr der Austausch mit kritisch-denkenden, kreativen Individuen bei der Weiterentwicklung sehr wichtig ist.